Quicknavigation

Stellenausschreibungen
Wir stellen ein!

Hilfen für Asylbewerber
flächendeckender Breitbandausbau / Glasfaserausbau

aktuelle Bebauungspläne
aktuelle Bebauungspläne

Seiteninhalt




19.01.2015

Icon_Aktuelles
Auf das Wesentliche reduziert
Großes Bild anzeigen
Miwako Ando steht vor einem ihrer Tuschmalerei-Bilder mit dem Titel »Berg und Kranich«. ©Frank/kommunikateam

Miwako Ando und acht Schüler stellen im Rathaus altjapanische Tuschmalerei aus. Etwa 100 Gäste besuchten die Vernissage.

Die Technik erfordert höchste Konzentration. „Man malt mit Tinte auf sehr saugfähigem Papier. Man darf nicht zu schnell und nicht zu langsam sein, sonst kleckert es“, erläutert Sebastian Graetz.

Der 27-jährige Psychologiestudent lernt seit drei Jahren die Suibokuga, die altjapanische Tuschmalerei. Seine Lehrerin Miwako Ando zeigt zurzeit in der Rellinger Rathaus-Galerie 20 Schüler- und 32 eigene Werke. Die eine Hälfte ihrer ausgestellten Bilder entstand in Tuschmalerei, die andere Hälfte in Kalligrafie und Seidenmalerei.

Großes Bild anzeigen
Die Werke sind vor allem in Schwarz und Weiß gehalten. ©Frank/kommunikateam

Die Motive sind auf Wesentliches reduziert: zwei Bambusstäbe neben einzelnen Zweigen und Blättern, ein mit wenigen Strichen angedeutetes aufbäumendes Pferd, weiße und rote Blüten auf einem ziselierten Ast vor einem gleichmäßig silberfarbenem Grund. „Das Wesen eines Gegenstandes lässt sich in wenigen verkürzten Pinselstrichen verdichten“, erläutert Ando auf ihrer Internet-Seite www.miwako.de.

Der Kontrast von Schwarz und Weiß in verschiedenen Abstufungen bestimmt die Werke. Die Sumi genannte Tinte wird dazu in vier Graustufen abgetönt und mit unterschiedlich nassem Pinsel auf das Papier namens Washi aufgetragen. Selten taucht ein einzelner Farbton als Akzent auf. Mit Bedacht platzieren die Künstler zudem rote quadratische Namenssiegel. Deren Außenseiten bilden in der gedachten Verlängerung einen Rahmen um das Motiv, vergleichbar einem Passepartout. Ando erläutert: Die weißen Flächen sind wichtige Bestandteile des Bildes, die es beleben. Suibokuga werde daher als „Kunst der weißen Leere“ bezeichnet.

Großes Bild anzeigen
Keiko Ando, Tochter von Miwako Ando, erläuterte die Herausforderungen der Maltechnik. ©Frank/kommunikateam

Bei der Vernissage mit rund 100 Gästen erläuterte ihre Tochter Keiko Ando die Schwierigkeit der Kunst: „Es geht erst darum, das aufrechte Sitzen zu lernen, die Pinselhaltung, das Atmen, die Konzentration. Jeder Strich ist unwiederbringlich“, sagte sie. Graetz ergänzte im Gespräch: „Wenn man gut malen will, ist man gezwungen, an nichts anderes zu denken.“ Das Einüben dieser Ruhe mache für ihn das Faszinierende dieser Kunst aus.

Großes Bild anzeigen
Naoko Yamamoto (links) und Akiko Kataoka aus Hamburg trugen bei der Vernissage traditionelle japanische Stücke an Flügel und Querflöte vor. ©Frank/kommunikateam

Ähnlich minimalistisch und eindringlich wie die Bilder wirkte die musikalische Eröffnung der Vernissage. Akiko Kataoka aus Hamburg trug in einem lautmalerischen und zugleich erhabenen Querflötenspiel ein traditionelles Stück für die japanische Bambusflöte vor: „Tsuru-no-Sugomori“ („Kraniche“). Naoko Yamamoto begleitete sie bei dem Frühlingslied „Haru no Umi“ am Flügel.

Großes Bild anzeigen
Konsul Yasushi Fukagawa begrüßte die Gäste. ©Frank/kommunikateam

Der Konsul Yasushi Fukagawa, Leiter des japanischen Konsulats in Hamburg, dankte der Gemeinde für die Räumlichkeiten der Ausstellung. Marianne Stock, Vorsitzende des Kulturausschusses, begrüßte Vertreter der in Rellingen ansässigen Firma Yamaha.

Miwako Ando studierte in der japanischen Kaiserstadt Kyoto Textil-Design. 1971 kam sie nach Deutschland und nahm in Hamburg ein Studium der Bildenden Kunst auf. Bis heute lebt und lehrt sie in der Hansestadt, wie der Großteil ihrer Schüler. Einige reisen aber auch aus Bremen und Osnabrück zu den Arbeitstreffen in Andos Wohnung, in der Sprachschule Rothenbaumchaussee oder in der Volkshochschule Norderstedt an.

Großes Bild anzeigen
Die Meisterin im Kreis ihrer Schüler: Shino Nakashima (von links), Sebastian Graetz, Anja Brüninghaus, Alexandra Krah, Barbara Kiefer, Miwako Ando, Marthe Oldendorf, Anja Beutler und Petra Plate. ©Frank/kommunikateam

Diese Ando-Schüler stellen neben der Künstlerin selbst im Rellinger Rathaus, Hauptstraße 60, ihre Werke aus: Shino Nakashima, Sebastian Graetz, Anja Brüninghaus, Alexandra Krah, Barbara Kiefer, Marthe Oldendorf, Anja Beutler, Petra Plate.

Die Ausstellung läuft bis Freitag, 6. März 2015. Sie ist montags bis freitags von 8.30 bis 13 Uhr und dienstags zusätzlich von 14 bis 18 Uhr geöffnet. [Frank/Kommunikateam]