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Gut 700 Bürgerinnen und Bürger bei der Anhörung

In der Sporthalle der Caspar-Voght-Schule fand die frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauungsplan 72 statt.

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Die Sporthalle der Caspar-Voght-Schule war außerordentlich gut besucht. ©Flomm/kommunikateam

Gut 700 Bürgerinnen und Bürger waren in die große Sporthalle der Caspar-Voght-Schule gekommen, um an der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauungsplan 72 teilzunehmen. Mit dem B-Plan soll im Bereich Kellerstraße/Hermann-Löns-Weg ein Gewerbegebiet entstehen, in dem sich die Firma Riess Ambiente ansiedeln möchte. Gut vier Wochen zuvor war der erste Versuch der Veranstaltung abgebrochen worden, da der Raum im Rathaus nicht ausreichend war.

In seiner Begrüßung hob Bürgermeister Marc Trampe hervor, dass es sich um eine frühe Phase des Verfahrens handelt. Es gebe keinen Entwurf, der von der Politik beschlossen worden sei. Deshalb könnten auch nicht alle Fragen im Detail beantwortet werden. „Mit einer gezielten Entwicklung von Gewerbe soll die Lebensqualität in Rellingen erhalten werden“, sagte der Verwaltungschef. Trampe betonte, das von den etwa 38,5 Millionen Euro Einnahmen der Gemeinde im Jahr 2018 17 Millionen Euro aus der Gewerbesteuer gekommen seien, die wiederum unter anderem in Schulen, Kindergärten und Feuerwehren investiert werden würden.

Für das Gebiet wurde im Juni 2016 mehrheitlich der Aufstellungsbeschluss gefasst. Anne Nachtmann vom Büro „DN Stadtplanung“ erläuterte die ersten Planungen, für das mehr als 50.000 Quadratmeter große Gebiet. Geplant sind bis zu fünf Hallen mit einer Höhe von bis zu 13 Metern. Zur vorhandenen Bebauung im Bereich Hermann-Löns-Weg/Kellergraben sollen 50 Meter Abstand eingehalten werden, wobei auf dieser Fläche ein Regenrückhaltebecken entstehen soll. Der Lkw-Verkehr soll ausschließlich über die Kellerstraße und nicht über den Hermann-Löns-Weg abgewickelt werden. 

Die Anzahl der Schwerverkehrfahrten über 3,8 Tonnen (darunter 40 mit 40-Tonnen-Lkw) sei auf 110 täglich in der Zeit von montags bis samstags von 6 bis 22 Uhr sowie auf 358 tägliche Fahrten insgesamt beschränkt.

Viele Bürgerinnen und Bürger äußerten generelle Bedenken gegen das Vorhaben, das in der Nähe eines Kindergartens und mehrerer Schulstandorte geplant wird. Vorgeschlagen wurde, einen gänzlich anderen Standort zu suchen. Starke Kritik richtete sich auch an das Volumen der Baukörper.

Zahlreiche Fragen wurden zum Thema Verkehr gestellt. Der Bereich sei bis über den Kreuzungsbereich Adlerstraße hin zur Auffahrt auf die A23 generell schon überlastet, der Schulweg für Kinder ohnehin gefährlich. Bürgermeister Trampe versprach, dieser Thematik besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Ein neuer Radweg am Hermann-Löns-Weg sei unabhängig vom B-Plan 72 in der Planung. Weitere Fragen betrafen die Belastungen für die Anwohner durch Emissionen auf dem Gelände, die Entwässerung und die Parkplatzsituation rund um das Quartier.

Nach fast fünf Stunden beendete Moderator Uwe Mantik die Fragerunde. Verwaltungschef Trampe betonte in seinem Schlusswort, dass das Protokoll des Abends zeitnah veröffentlicht werden soll. Anregungen, die nicht angesprochen worden sind, können noch bis zum Ende der Woche im Rathaus nachgereicht werden. Die Bürgerinnen und Bürger lud Trampe ein, sich auch weiter am Verfahren zu beteiligen. So zum Beispiel in den Sitzungen des Bauausschusses und der Gemeindevertretung, in denen es Bürgerfragestunden, aber auch die Möglichkeiten von Anhörungen zu konkreten Themen gibt. ©Flomm/kommunikateam

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