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Marathon-Sitzung in der Sporthalle

An der Erich Kästner Schule fand nach monatelanger Corona-Pause wieder eine Sitzung der Gemeindevertretung statt. Bürgermeister Trampe hält Situationsbericht. Verabschiedung von Dorathea Beckmann. Kreuzung Hauptstraße/Tangstedter Chaussee soll ausgebaut werden.

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Die Corona-Pandemie hat auch vor der Kommunalpolitik in Rellingen nicht Halt gemacht. Viele Sitzungen mussten ausfallen. Nun aber war es wieder soweit. Erstmals seit Dezember 2019 kam die Gemeindevertretung wieder zusammen. Unter Wahrung der notwendigen Mindestabstände traf sich das Kommunalparlament in der Sporthalle der Erich Kästner Schule im Ortsteil Krupunder. Und es gab viel zu tun: Insgesamt 30 Punkte standen auf der Tagesordnung.

Bürgermeister Marc Trampe gab einen Lagebericht über den Umgang mit der Corona-Pandemie: „Covid-19 stellt uns global, aber auch lokal vor große Herausforderungen“, sagte der Verwaltungschef. Am 3. März hatte es den ersten Fall in der Baumschulgemeinde gegeben, fortan tagte täglich der Krisenstab. Die Verwaltung versuchte aber nicht nur ordnungsrechtlich, sondern auch kommunikativ tätig zu sein. Trampe lobte die Solidarität in der Gemeinde, die sich zum Beispiel auch in einer 400 Mitglieder starken Facebook-Gruppe zeigte. Insgesamt gab es bisher 103 Corona-Erkrankungen in Rellingen, seit vier Wochen gibt es keine Neuinfektionen. Kreisweit waren es 602 Fälle, 129 Personen mussten im Krankenhaus behandelt werden, 46 starben an oder mit Covid-19.

„Die meisten Rellinger haben sich vorbildlich verhalten“, lobte Trampe. Zwar habe es Jugendliche gegeben, die sich nicht an die Regeln gehalten haben, aber das sei ein Einzelfall gewesen. „Corona-Partys“ habe es nicht gegeben.

Mit einem Blick in die Zukunft kündigte Trampe an, dass die Theater-Vorstellungen für Senioren im September ausfallen. Über die Weihnachtsfeiern soll später diskutiert werden. Nicht realistisch abschätzbar sind aktuell die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie für die Gemeinde.  Bis Ende Mai haben 180 Rellinger Betriebe Kurzarbeit angemeldet. Aktuell rechnet die Gemeinde mit einem Rückgang der Erträge in der Größenordnung von etwa zehn Prozent. Für den Oktober kündigte der Verwaltungschef einen Nachtragshaushalt für 2020 an. Der Etat für 2021 soll erst im ersten Quartal des kommenden Jahres beschlossen werden, weil dann belastbarere Zahlen vorliegen würden.

Emotional wurde es bei der politischen Verabschiedung der Gleichstellungsbeauftragten Dorathea Beckmann, die nach 25 Dienstjahren in den Ruhestand geht. Zuerst gab es lobende Worte von allen Fraktionen, dann langen Applaus und stehende Ovationen. Die offizielle Verabschiedung wird dann im September beim Frauenempfang, der am Jahresbeginn coronabedingt ausfallen musste, folgen. Im Anschluss wurde Nina Timmermann einstimmig als Nachfolgerin bestellt (siehe auch den eigenen Artikel).

Auf die Zielgerade biegt die Gemeinde bei der Einrichtung einer Linksabbiegespur von der Hauptstraße in die Tangstedter Chaussee ein. Die Parkplätze vor der Eisdiele sollen für die neue Spur genutzt werden. Die Parkplätze sind an der jetzigen Bushaltestelle neu vorgesehen. Die Busse würden künftig auf der Fahrbahn auf Höhe des Geschäfts Stempel Möller halten. Die Ausführung der Baumaßnahme soll im Herbst erfolgen. Bei den Kosten, die von Land und Kreis erstattet werden, tritt die Gemeinde mit 450.500 Euro in Vorleistung. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Der Antrag der Grünen-Fraktion, die Aufhebung der Pflicht zur Benutzung der Radwege zu prüfen, wurde an den Verkehrsausschuss verwiesen.

Wegen der coronabedingten Schließung der Kindertagesstätten werden die Elternbeiträge und das Essensgeld erstattet. Im Fall des Essensgeldes zahlt die Gemeinde Rellingen 77.700 Euro aus der eigenen Kasse. Die Elternbeiträge werden vom Land erstattet. Um dem gestiegenen Raumbedarf der Betreuungsgruppen an der Erich Kästner Schule gerecht zu werden, werden die gemeindeeigenen Betreuungscontainer von der Caspar-Voght-Schule nach Krupunder versetzt. Dort wird die Bücherei Krupunder einziehen. Die neue Straße im B-Plan-Gebiet 73 (Hempbergstraße) soll künftig Robinienstieg heißen. Vorgeschlagen wurde, dort Ersatzpflanzungen für Bäume vorzunehmen, die für die Arbeiten an der Hauptstraße gefällt werden müssen. Die Eigenbetriebe Wasserver- und -entsorgung sowie Breitband werden künftig nach dem Doppik-Prinzip geführt. ©Flomm/kommunikateam

  • Abstand: Die Gemeindevertretung tagte coronakonform in der Sporthalle der Erich Kästner Schule. ©Flomm/kommunikateam
  • Abschied: Die Gleichstellungsbeauftragte Dorathea Beckmann geht in den Rohestand. ©Flomm/kommunikateam
  • Ausbau: Die Kreuzung Hauptstraße/Tangstedter Chaussee bekommt eine Linksabbiegespur. ©Flomm/kommunikateam
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