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Staatssekretärin Katja Günther besucht Rellingen: Gemeinde wird erste Modellgemeinde für Biodiversität

  • Rathaus

Besuch aus Kiel: Am vergangenen Freitag durfte die Gemeinde Rellingen die Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein, Katja Günther, begrüßen.

Im Mittelpunkt stand das landesgeförderte Modellprojekt zur Biodiversität, mit dem Rellingen neue Wege für mehr Artenvielfalt auf kommunalen Flächen geht.

Als eine der ersten Kommunen in Schleswig-Holstein hat die Gemeinde ein Handbuch für Biodiversität entwickelt, das künftig als Grundlage für die Pflege und Entwicklung öffentlicher Flächen dienen soll.

Gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) und dem Büro ALSE wurden im vergangenen Jahr dafür sämtliche öffentlichen Flächen der Gemeinde systematisch untersucht, Tier- und Pflanzenarten erfasst sowie konkrete Maßnahmen für mehr Biodiversität erarbeitet.

Auf Basis dieser Bestandsaufnahme wurden für jede Fläche konkrete Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese reichen von der Pflanzung heimischer Stauden über die Schaffung von Rückzugs- und Nistmöglichkeiten für Tiere bis hin zu angepassten Pflege- und Mähkonzepten, die die Artenvielfalt langfristig fördern.

Davon überzeugte sich die Staatssekretärin Günther bei einem Besuch in der Gemeinde persönlich. Nach einem gemeinsamen Austausch im Rathaus über den Projektverlauf und die Inhalte des Handbuchs besichtigte die Delegation ein Regenrückhaltebecken der Gemeinde. Insgesamt verfügt Rellingen über 13 dieser Anlagen. Die besuchte Fläche, die nicht öffentlich zugänglich ist, wurde bereits umfassend kartiert. Dabei wurden unter anderem die vorhandene Vegetation sowie verschiedene Tierarten, darunter auch der Eisvogel, erfasst. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entstand ein individuelles Maßnahmenblatt, das konkrete Empfehlungen für die zukünftige Pflege und Entwicklung der Fläche enthält.

Staatssekretärin Katja Günther bedankte sich für das Engagement und betonte, welchen Bedeutung Kommunen für die strategische und 
naturnahe Flächenbewirtschaftung in Schleswig-Holstein haben: "Sie kennen Ihre Flächen und die Gegebenheiten vor Ort am besten und können deshalb richtig was bewegen. Rellingen zeigt, wie es geht. Die biologische Vielfalt ist Basis unserer Lebensgrundlagen. Jeder Quadratmeter, der als Lebensraum attraktiver und artgerechter ist, stärkt unsere Natur."

Bürgermeister Marc Trampe betonte die Vorbildfunktion des Projekts: „Mit dem Handbuch Biodiversität schaffen wir eine fundierte Grundlage, um den Naturschutz in unserer Gemeinde dauerhaft weiterzuentwickeln. Gleichzeitig möchten wir unsere Erfahrungen mit anderen Kommunen teilen und zeigen, dass Biodiversität und kommunale Unterhaltung Hand in Hand gehen können.“

Das Handbuch Biodiversität wird am 18. August im Ausschuss für Bauwesen und Umwelt erstmals öffentlich vorgestellt. Nach einer politischen Beschlussfassung soll es künftig als verbindliche Handlungsgrundlage für die Pflege und Entwicklung gemeindlicher Flächen dienen. Auch die Mitarbeiter des gemeindlichen Bauhofs wurden bereits entsprechend geschult, um die empfohlenen Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen. Erste Maßnahmen werden bereits umgesetzt, weitere Umsetzungen sollen folgen.

Die Erstellung des Handbuchs wurde durch das Land Schleswig-Holstein für Rellingen als erste Modellgemeinde mit 90 Prozent gefördert. Ziel ist es, die Artenvielfalt in der Gemeinde nachhaltig zu stärken und gleichzeitig anderen Kommunen sowie interessierten Eigentümer*innen einige Impulse für vergleichbare Projekte zu geben.

v.l.: Lena Wegner (Planungsbüro ALSE GmbH), Katja Günther (Staatssekretärin), Bürgermeister Marc Trampe und Tom Rasmussen (Bauamtsleiter) mit dem erstellten Handbuch für Biodiversität.
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