Bürgermeister der Stadt-Umland-Kooperation Pinneberg setzen sich weiter für die Verbesserung des ÖPNV ein

Treffen mit Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen
Eine Verschlechterung der Taktung der S3 ist in Zeiten der Verkehrswende das falsche Signal – diesen Standpunkt haben die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Stadt-Umland-Kooperation (SUK) Pinneberg sowie Vertreterinnen und Vertreter der Kinder- und Jugendbeiräte aus der Region jüngst erneut deutlich gemacht. Im persönlichen Gespräch mit dem schleswig-holsteinischen Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) erneuerten sie ihre Kritik an der von der Landesregierung beschlossenen Rückkehr zu einem 20-Minuten-Takt in den Randzeiten.
Ende April war bekanntgeworden, dass das Kieler Verkehrsministerium die Taktung der Linie S 3 Pinneberg-Hamburg von einem Zehn- auf einen 20-Minuten-Takt umstellen will – und zwar montags bis freitags, ab 22 Uhr, und an den Wochenenden ganztags. Wirksam wird die Änderung mit Beginn des neuen Fahrplans im Dezember. Die Mitglieder der Stadt-Umland-Kooperation hatten deswegen Angang Mai einen offenen Brief an Minister Madsen geschickt, in dem die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister ihre Kritik an den Plänen zum Ausdruck gebracht hatten. Auf Einladung der SUK-Runde war Madsen nun nach Pinneberg gekommen.
„Wir haben jahrelang für eine Taktverbesserung gekämpft und waren sehr glücklich, nachdem sie endlich eingeführt wurde. Sie nun wieder zurückzunehmen, halte ich für das falsche Signal. Zumal in Zeiten, in denen die Verkehrswende gelingen soll“, sagte Pinnebergs Bürgermeister Thomas Voerste. Der Verwaltungschef verwies auf die zahlreichen Pendler in der Region, die Probleme die bereits jetzt auf sämtlichen Verkehrswegen bestehen sowie die Tatsache, dass der bisherige Zehn-Minuten-Takt ein Erfolgsmodell sei. All das spreche für ein möglichst umfangreiches Angebot auf der Schiene, so Voerste. Dem pflichteten die übrigen Bürgermeisterinnen und Bürgermeister bei.
Jan Krohn, Bürgermeister in Halstenbek, sagte: „Ich fürchte, dass eine Verschlechterung des Angebots auf der Schiene zu mehr Individualverkehr auf der Straße führt.“ Rellingens Bürgermeister Marc Trampe betonte. „Wir haben alle den Anspruch, viele Menschen zur Nutzung der Bahn zu bewegen. Da wirkt die von der Landesregierung getroffene Entscheidung, Zugverbindungen einzustellen, wie aus der Zeit gefallen.“
Minister Claus Ruhe Madsen erläuterte die Hintergründe der Entscheidung. So seien sogenannte Regionalisierungsmittel, die der Bund den Bundesländern zugesagt habe, gestrichen worden. Zudem handele es sich ausschließlich um Verbindungen in verkehrsschwächeren Zeiten. Der Minister betonte, dass dennoch massiv in den Bahnverkehr in Schleswig-Holstein investiert werde, beispielsweise in neue Züge und die Sicherheit an Bahnhöfen. Auch der Bau eines dritten und vierten Gleises zwischen Pinneberg und Elmshorn befinde sich in der Planung.
An dem Treffen im Rathaus der Kreisstadt nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Kinder- und Jugendbeiräte (KJB) aus Pinneberg und Halstenbek teil. Sie schilderten die Notwendigkeit eines guten Nahverkehrsangebots aus Sicht der jungen Generation, was insbesondere auch das Angebot am Wochenende betreffe. Am Wochenende werden die S-Bahnen mit Beginn des neuen Fahrplans im Dezember ganztags nur noch im 20-Minuten-Takt verkehren. „Als Frau ist es nicht besonders schön, nachts auf einem Bahnhof warten zu müssen. Und ob die nächste Bahn dann in acht oder 18 Minuten kommt, das macht schon einen Unterschied“, betonte Julia Ohly, Vorsitzende des KJB Pinneberg.
Während des gut einstündigen Austauschs wurden zudem der Radwegeausbau sowie der Ausbau der A23 thematisiert. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister betonten, dass insgesamt mehr Geld in den Verkehrsbereich investiert werden müsse, und dabei insbesondere in den Bahnverkehr. Sie appellierten an den Minister, dabei auch seinen Einfluss innerhalb der Bundespolitik geltend zu machen.